Schulstart nach dem 2. Corona Sommer

Es fühlt sich ein wenig so an, als würde man eine schlechte Fortsetzung von einem noch schlechteren Film erleben. Es liegt nun der zweite Corona-Sommer hinter uns und anscheinend hat sich im Vergleich zum Vorjahr so gar nichts geändert. Wieder einmal, so scheint es, hat man die Wochen sinnlos verstreichen lassen und schickt nun die Kinder mit den selben quälenden Auflagen zurück in die Klassenzimmer. Testen, testen und nochmals testen und dann wieder Maske auf. Für die meisten Kinder ist das inzwischen unerträglich geworden und anstatt sich auf die Schule zu freuen, fürchten sich viele wieder vor dem Alltag. Denn jetzt heißt es in den meisten Schulen planlos in das neue Schuljahr starten.

Wissenslücken sind gravierend

Einige Schüler haben die Ferien dazu genutzt, um die entstandenen Lücken im Lehrstoff zu schließen. Doch nicht allen war es vergönnt, dass sich die Eltern eingesetzt haben und für Nachhilfe gesorgt haben. Viele Schulen haben zudem online Kurse geboten, beziehungsweise Webseiten zur Verfügung gestellt, auf denen das Wissen gefestigt und erweitert werden konnte. Doch was ist mit denjenigen, die darauf keinen Zugriff haben? Sie bleiben wieder auf der Strecke. Es wird eine Herausforderung werden, innerhalb eines Klassenverbandes die Kinder auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen. Denn nur so kann überhaupt mit dem neuen Lehrplan begonnen werden. Eine fast unlösbare Aufgabe, derer sich nun die Lehrer wieder stellen müssen und Lerndefizite ausgleichen.

Die größten Probleme tun sich bei den Fremdsprachen auf. Denn hier haben in den letzten 1.5 Jahren die meisten nicht einmal die Hälfte dessen vermitteln können, was eigentlich laut Lehrplan vorgesehen war. Wie also bitte in einem neuen Schuljahr mit den neuem Stoff beginnen, wenn man gefühlt ein ganze Schuljahr zurückliegt? Es wird kein Leichtes werden, hier Anschluss zu finden und dennoch weiterzukommen im Lehrstoff.

Ungewisse Zukunft für Abschlussklassen

Auch in diesem Schuljahr schließen wieder Millionen von Schülern ihre Schullaufbahn ab. Doch schon jetzt begleitet sie verständlicher Weise ein eher ungutes Gefühl. Unter welchen Umständen wird wohl das neue Schuljahr enden? Wie geht das danach weiter? Ausbildung und Studium in Corona Zeiten ist alles andere als einfach. Einige Studenten des letzten Abschlussjahrgangs haben ihre Kommilitonen noch nicht einmal persönlich kennenlernen dürfen, da alle Seminare zum größten Teil online abgehalten wurden. Das Vermitteln von Wissen ist jedoch wichtig, um die künftige Generation fit zu machen, für all die Aufgaben, die noch kommen werden.

Während früher eher die Frage im Raum stand, ob man sich nach der Schule einfach eine kurze Auszeit nimmt und die Welt erobert, bewegen junge Menschen heute ganz andere Sorgen. Eigentlich sehr traurig, da diese Lebenszeit nie wieder zurückkommen wird. Teilweise können einige Berufswünsche gar nicht mehr umgesetzt werden. Allen voran in der Eventbranche, Kunst, Kultur und Tourismus werden im zweiten Jahr sicher noch weniger ausbilden, da diese Berufe schlicht weg keine Zukunft haben, wenn sich nicht bald etwas ändert.

Wiedersehen macht Freude

Bei all den düsteren Prognosen und mit der Aussicht, dass eben alles so weiter geht, wie vor den Ferien, freuen sich die meisten Schüler dennoch, ihre Schulfreunde zu sehen. Denn das Zwischenmenschliche ist besonders für Kinder enorm wichtig. Soziale Kontakte und das Miteinander ist für eine gesunde Entwicklung fast noch wichtiger als das Vermitteln von Fachwissen und Lehrstoff. Jetzt ist es an der Zeit, dass man die Kinder zunächst mental wieder stärkt und ihnen Mut ausspricht, für die kommenden Wochen. Letztlich ist es doch wichtig, dass sich die Kinder wieder wohler fühlen und mit Freude in die Schule kommen. Es gibt genügend Lehrer, die genau wissen, dass es jetzt nicht nur darum geht, Lehrstoff zu vermitteln, sondern den Kindern beizustehen. Mit alternativen Lehrmethoden und deutlich mehr Praxis, wie einem Drohnen Test, gelingt das ziemlich gut. Frei nach dem Motto, learning by doing. War und ist schon immer die beste Lernmethode. Egal ob in der Schule oder im wahren Leben da draußen. Nur wer selbst aktiv ist, etwas ausprobiert, kann daraus lernen und seine eigenen Schlüsse ziehen. In diesem Sinne, allen einen guten Schulstart.